Geiler gründen und wachsen ist mein Slogan mit dem ich 2019 Schwung in meine Positionierung als Business Mentorin gebracht habe. Es hat mir viel Aufmerksamkeit gebracht. Viele wussten sofort was ich damit meine, bei anderen hat es Assoziationen ausgelöst, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Meine Gedanken und Learnings dazu möchte ich in diesem Blogartikel mit dir teilen.

Ich lehne mich zurück und denke: Geil, ich bin genau in dem Leben, in dem ich alt werden möchte! Mein geiles Leben

Inzwischen bin ich mir darüber im Klaren, dass ich mich für einen Weg entschieden habe, der kein Spaziergang ist.  Aber ich gehe ihn ganz bewusst. Heute kenne ich meine Ziele und habe meine Mission klar vor Augen. Ich baue mir mein Lifetime-Business auf, das meinen Werten entspricht und von dem ich heute und im Alter gut leben kann.

Es geht nicht um die 24/7 Party und es ist o.k, dass mir nicht alles Spaß macht, was ich als Unternehmerin auf meiner To-do-Liste habe

Learning 1: Es geht nicht ums reich werden, aber ich hätte gern schneller von meinem Business leben können

Nicht, dass ich vom schnellen Reichtum geträumt hätte, aber wenn ich ehrlich bin, bin ich schon davon ausgegangen, dass ich nach relativ kurzer Zeit soviel verdiene, wie im Angestellten Verhältnis. Studium, über 20 Jahre Berufserfahrung, Auslandserfahrung, viele Höhen- und genauso viele Tiefen durch die ich gemeinsam mit meinen Chefs gehen durfte. Situationen an denen ich gewachsen bin. Ein dynamisches Umfeld, in dem es nie langweilig war. Mein Verantwortungsbereich lag im kaufmännischen Bereich und der Organisation. Ich hatte die Geduld und das Know-how in Bereichen, die weit entfernt der Kernkompetenz und Leidenschaft meiner Chefs und Kollegen lagen. Ich bin davon ausgegangen, dass ich das in Form eines Geschäftsmodells schnell zum Laufen bringe.

Da ich aber keine Kunden ´mitnehmen´ konnte und mein Netzwerk zwar solide war, aber nichts mit meiner Zielgruppe zu tun hatte, habe ich buchstäblich bei Null angefangen. Da stand ich also mit meinem Können und meinem Wissen? Und keinen interessiert es. 

Doch, einen hat es interessiert. Ein absoluter Wunschkunde aus damaliger Sicht. Aber ein Kunde reicht nicht, um eine Existenz darauf aufzubauen.


Learning 2: Verkaufen will ich nicht - ich brauche nur wenige Kunden und die werden mich finden

Auch das war ein Irrglaube. Ich war mir natürlich darüber im Klaren, dass ich mir ein neues Netzwerk aufbauen muss. Top motiviert bin ich also losgezogen. Ich dachte, ich suche mir junge Unternehmen. Start-ups. Ja, die können mich gut brauchen. Eine Win-win-Situation. Ich unterstütze die Unternehmer in der Aufbauphase, sensibilisiere die Geschäftsführer für die Themen Finanzen und Organisationsentwicklung. Ich unterstütze sie beim ersten Setup, lerne Mitarbeiter ein und wenn es rund läuft, ziehe ich mich schrittweise zurück. Das Problem war nur, dass die Menschen, auf die ich getroffen bin, nicht viel mit mir anzufangen wussten. Nie werde ich vergessen, als ich in ersten zarten Versuchen, mein Können zu pitchen,  ein ungläubiges Staunen entgegengebracht bekam. "Wie Liquiditätsplanung?!? Was ist das, das brauche ich nicht."

So richtig warm geworden, bin ich nicht mit der Szene. Es war nicht meine Welt. Ich habe viel dazu gelernt und habe spannende Menschen kennengelernt. Aber Kunden habe ich auf diesem Weg keinen einzigen gefunden. 

Learning 3: Online-Business - da existiert eine Parallelwelt, die ich bisher nicht gekannt habe - auch hier hat niemand auf mich gewartet

Wie viele andere auch habe ich anfangs versucht Kosten zu  optimieren. Erstmal Geld verdienen, bevor ich es ausgebe. Wozu auch im Internet gibt es alles, was ich an Wissen brauche, umsonst. Die Währung, mit der man hier bezahlt ist Zeit. Und die Zeit nehme ich mir.

Bei diesen Recherchen habe ich schnell Bekanntschaft mit Online-Communitys gemacht. Aber noch spannender als der soziale Aspekt, nicht allein zu sein und Gleichgesinnte zu treffen, war die Erkenntnis. Auch ich kann online Geld verdienen. Ich gebe es zu. Das war mir vorher nicht klar. Im Internet Geld verdienen hieß für mich, Waren zu verkaufen, Reisen zu buchen u.ä..

Dass ich mein Wissen über Video Sessions mit Zoom, Skype & Co. verkaufen kann, dieser Gedanke durfte erst reifen. Das ich es jetzt verstanden habe, ist schön für mich. Aber gewartet hatte auch hier niemand auf mich. 

Und dann wurde mir klar.

  • Das, was ich als mein Angebot gesehen habe, was mir schlüssig erschien, dass die Jungunternehmerwelt mich braucht, wurde von der Zielgruppe nicht als Must Have erkannt. Meine Webseite ein Bauchladen empfunden, die nicht sexy war. 
  • Wenn ich möchte, dass ich gefunden werde, muss ich sichtbar werden
  • Ich muss mich klar positionieren und mich und meine Leistung verkaufen lernen

Sichtbar sein, Verkaufen - ein Graus für jemand wie mich, die introvertiert ist und mir erfolgreich angewöhnt habe anderen die Bühne zu überlassen.  

Learning 4: Internetseite, Funnels, Blogartikel, Facebook Live, Facebook Gruppe, Fanpage, DSGVO - und was denn noch alles? Und von Mindset Themen mal ganz abgesehen

Nie, wirklich niemals hätte ich gedacht, das so viele Themen ums Eck kommen bevor ich überhaupt die Möglichkeit habe mit Kunden zu arbeiten und das zu tun, was ich gut kann und wofür mich Menschen bezahlen und weiterempfehlen.

Stunde um Stunde, was sage ich Woche um Woche vergehen, Monate verfliegen und die Kunden stehen immer noch nicht Schlange. Ja, ich habe viel gelernt. Ich habe Dinge gelernt, von denen ich in meiner Zeit als Angestellte zum Teil nicht mal gewusst habe, dass sie existieren. Geschweige denn, dass ich dafür offen gewesen wäre, mich ihnen ohne Not zu stellen.

Wie schön war doch die Zeit, als ich einfach nur das getan habe, was ich gut kann und am Ende des Monats zuverlässig Geld auf meinem Konto eingegangen ist.

Als eigener Chef habe ich plötzlich alle Hüte selber auf. Ich bin für alles verantwortlich. Was ich nicht mache, wird nicht gemacht. Und das hätte zur Konsequenz, dass der Traum von der Selbstständigkeit schneller ausgeträumt ist, als er aufgekommen ist.

Learning 5: Geld erst auszugeben, wenn es verdient wurde, funktioniert nicht

Auch als Dienstleister muss ich proaktiv investieren, wenn ich von meinem Business leben möchte. Es ist o.k. eigene Erfahrungen zu machen und sich auszuprobieren. Aber am Ende des Tages ist der Berg an Aufgaben und Herausforderungen zu groß, um ihn alleine zu bewältigen. Es besteht die Gefahr, dass du 24/7 am Arbeiten bist und trotzdem fast nicht von der Stelle kommst. Auch das war ein Mindsetshift, den ich bewältigt habe. Ich habe mir Hilfe gegönnt, ich habe Geld investiert, dass noch nicht über Einnahmen zur Verfügung stand.

Ich habe mir auch Geld geliehen, aber immer mit dem Augenmaß, dass mich ein Totalverlust nicht meine Existenz kosten würde. Und immer in Abwägung mit einem strategischen Ziel, das mir dazu hilft Meilensteine innerhalb meines Geschäftsmodells zu erreichen.

Ich bin froh um jede größere Investition, die ich gemacht habe. Am Ende sind sie wertvolle Puzzlestücke, die dazu beitragen, wo ich heute stehe.

Learning 6: Geiler gründen bedeutet nicht, dass meine Workbooks knallbunt sind und ich als Mentorin erst mal geile Stimmung mache bevor wir in die Session einsteigen 

Die Kraft der Worte und die Vielfalt der Interpretationen war erstaunlich. Plötzlich war von manchen die Erwartung, dass Mentoring mit Michaela lustig ist, einfach und bunt. NEIN! Ein profitables Business aufzubauen basiert in 99% der Fälle immer auf Leidenschaft, Mut, Fleiß, ein Produkt, eine Leistung, für die Menschen bereit sind Geld auszugeben und am Ende auch eine Portion Glück. Meine Rolle ist, dass ich mit meiner Erfahrung und meinem Wissen zur Seite stehe, wenn es darum geht deinem Geschäftsmodell eine Struktur zu geben, zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Deine Zahlen lieben zu lernen und sie zu nutzen. Planen, umsetzen, nachjustieren... Bei Themen, die Überwindung kosten, gehen wir eine Extrameile und diskutieren mögliche Lösungswege. Ich nehme meine Kundin an der Hand, dass sie ihr Business so aufbaut, dass sie die best mögliche Grundlage legt, um das Leben führen zu können, das sie sich wünscht. Das ist das offene Geheimnis hinter geiler gründen und wachsen.  

Und was ist jetzt mein geil - und warum Lifetime-Business

Ich hätte die Liste der Learnings noch um einige Punkte ergänzen können. Ich hätte auch schreiben können, was mir an meiner Selbstständigkeit nicht  gefällt. Aber aus meiner Perspektive ist nicht richtig, die Punkte negativ zu sehen. Anstrengend, ja. Aber blöd und lästig - nur bedingt.

Jedes einzelne Learning, was ich oben aufgezählt habe, hat seinen Anteil daran, dass ich mich heute mit meinem Entschluss zur erfolgreichen Selbstständigkeit gefestigt fühle. Die zurückliegenden Jahre sind vollgepackt mit Erkenntnissen, die mir den Weg zu mir selbst geöffnet haben.

Ich habe wieder gelernt zu träumen. Ich habe gelernt was ich will und was ich nicht will. Mit wem ich arbeiten möchte und mit wem nicht. Ich kann arbeiten wo ich möchte. Wann ich will, kommt noch 🙂 24/7 ist noch nicht ganz vom Tisch. Aber das ist o.k.. Weil ich meine Arbeit liebe und weil ich weiß es wird anders werden. Ich stehe zu mir selbst und zeige mich, wie ich bin. Ich habe die Mission Unternehmerinnen zu helfen ihr Lifetime-Business aufzubauen... 

Alles, was ich beschrieben habe, formt mich als Unternehmerin und als Mensch. Ich sehe auch Themen außerhalb meiner Kernkompetenz und Leidenschaft als Bereicherung und nicht als Last. Es ist Teil meines Weges - den Traum von meinem Lifetime-Business zu leben.