Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Life-First Business-Mentorin 

By Michaela

Mai 29, 2022


49 Jahre ist eine lange Zeit. Da ist so einiges passiert, da bin ich vielen Menschen begegnet, die mich mit geformt und auf die unterschiedlichen Wege gebracht haben. Eins kann ich vorwegnehmen, stringende und ehrgeizige Planung war es nicht. Es waren Beharrlichkeit kombiniert mit Ehrlichkeit und Loyalität. Mut und Spontanität, auch mal blauäugig ins kalte Wasser zu springen und darauf vertrauen, dass es gut ist bzw. wenn es nicht so ist, dafür sorgen, dass es gut wird.

Heute nehme ich dich mit und erzähle dir von einigen prägenden Ereignissen und Situationen auf meinem Weg zur Life-First Businessplan Mentorin.

Die Abfuhr für den ersten Kuss

Im Kindergarten durften wir uns am Geburtstag einen Kuss von einem anderen Kind wünschen. Meine Wahl ist auf einen Jungen, mit dem Namen Frank Schächner, gefallen. Leider fand Frank zu dem Zeitpunkt Mädchen langweilig. So wurde nichts aus dem ersten Kuss, von dem Jungen, der mich knapp 30 Jahre später gefragt hat, ob ich ihn heiraten möchte.

Diese frühe Episode in meinem Leben hat bewiesen, wie wichtig Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen sind. Eigenschaften, die sich auch auf meinem Weg zur und als Unternehmerin als essenziell erwiesen haben.

Sankt Martin - Aus vollem Herzen teilen

Irgendwie habe ich den Drang verspürt, die Hauptrolle im Theaterstück zu übernehmen, das zu Sankt Martin, den Eltern und anderen Kindergartenkindern, vorgeführt wurde. Ich habe die Rolle erhalten und weiß noch, als ich gesehen habe, wie viel Text ich lernen sollte, wollte ich sie direkt wieder abgeben. Aber da war es schon zu spät.

Das symbolische Teilen des Mantels sehe ich heute als Sinnbild meiner Berufung. Ich setze mich schon immer für Menschen in meinem beruflichen Umfeld ein. Ich kann mich schon immer über den Erfolg von anderen mitfreuen und noch mehr freu ich mich, wenn ich dazu beitrage.

Tennis ist mein Leben

Nachdem ich schon 3 Jahre im Leichtathletik war, habe ich mit 10 Jahren mein Herz fürs Tennisspielen entdeckt. Oder sagen wir es mal so. Mein Bruder hat gespielt und was der große Bruder macht, ist ja wohl cool. Der Tennisplatz war in den Sommermonaten, der folgenden 5 Jahre, mein zweites zu Hause. Hier habe ich mich wohlgefühlt und am richtigen Platz, ich war anerkannt, ich hatte regelrecht Feuer der Leidenschaft in den Augen, wenn es darum ging, meine Spiele zu gewinnen. 

Dieses Feuer, die Leidenschaft, der Wille ans Ziel zu kommen, das Träumen von großen Erfolgen, das ich damals in mir hatte, ist rückblickend schleichend erloschen. Erst seit ich selbstständig bin und mein WARUM gefunden habe, leuchten die Augen wieder, so wie damals auf dem Platz.

Berufsvorschlag Hebamme

Als Kind einer Arbeiterfamilie ist damals keiner auf die Idee gekommen, dass ich mit meinen guten Noten aufs Gymnasium gehen könnte. Und wieder; mein Bruder war auf der Realschule, dann mach ich das doch auch.

In der neunten Klasse haben wir einen Test zur Berufswahl gemacht. Mein Ergebnis: Michaela hilft gern und hat gern mit Menschen zu tun. Als Beruf wurde mir die Ausbildung zur Hebamme vorgeschlagen.

In meinen Jobs als kaufmännische Leiterin, bin ich immer wieder auf Kollegen gestoßen, die mich auf die Palme gebracht haben. Ihr betriebswirtschaftliches Denken hat leider oft nur bis zum eigenen Bankkonto gereicht. Ja sie haben alle an einem Strang gezogen, nur leider nicht in die gleiche Richtung. Das ging gegen meine Werte oder um es etwas flapsiger auszudrücken, es ging mir ordentlich gegen den Strich. In der Zeit habe ich manches Mal an das Ergebnis der Berufsempfehlung gedacht. Nein, mit solchen Menschen möchte ich nicht arbeiten, diesen Menschen möchte ich auch nicht helfen.

In der Selbstständigkeit hat sich das wieder gedreht. Heute kann man sagen, ich bin eine Art Hebamme. Ich helfe dabei Businessbabys auf die Welt zu bringen und beim Wachsen an die Hand zu nehmen. Und das voller Freude und ehrlichem Interesse an meinem Gegenüber.

Wer nicht fragt, der  nicht gewinnt - Ich werde Betriebswirtin

Und wieder war ich inspiriert durch meinen Bruder, inzwischen hat er Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium gemacht. Anschließend an der Berufsakademie seinen Betriebswirt. 3x kannst du raten, was ich gemacht habe.

Übrigens habe ich es meiner damals glänzenden beidhändigen Rückhand zu verdanken, dass ich meinen Ausbildungsplatz/Studienplatz bekommen habe. Schon lustig. Ich wußte, der Mann, mit dem ich gerade die Bälle geschlagen habe, hat eine Firma. Was sie herstellt wußte ich nur ungefähr. Vielleicht war es auch ein spontaner Gedanke, ihn einfach mal zu fragen. Auf jeden Fall war er aufgeschlossen für meine Idee und hat ja gesagt. Ich soll mal vorbeikommen. Und das war es. Ich hatte meinen ersten Arbeitsvertrag in der Tasche.

Sag niemals nie

Ticket buchen für eine Tour vor Ort (Lombok - Nachbarinsel von Bali)

Die Khao San Road in Bangkok. Wahrscheinlich die bekannteste Strasse in Thailand für alle Backpacker.

1998 habe ich mit Frank, mittlerweile waren wir schon ein paar Jahre zusammen, meine erste Asienreise gebucht. Bali - ein vermeintliches Traumziel. Was soll ich sagen, für mich war es ein Kulturschock. Direkt nach unserer Ankunft hat es geregnet. Und überhaupt war alles so gaaanz anders als ich es mir durch die Lektüre meiner Reiseführer ausgemalt hatte.

Ich weiß es noch wie gestern. Nach unserer Rückkehr habe ich zum Bruder von Frank gesagt: Asien hat mich gesehen.

Und dann ist es über die Jahre doch zu meinem Lieblingsreiseziel, zu einem Wohlfühl- und Sehnsuchtsort geworden.

Sag niemals nie! Wie oft bin ich in meiner Selbstständigkeit aus meiner Komfortzone raus, bin über mich hinausgewachsen bei den Themen, zu denen ich früher felsenfest never-ever tue ich das gesagt habe.

20 Jahre Mitunternehmerin

Mein erster Jobauftrag nach dem Studium war: "Bring Ordnung in den Laden" . Ich hatte einen Chef, der ein Visionär und richtig guter Ingenieur war. Rechnungen schreiben & Co, war ein Spielfeld weit außerhalb seiner Leidenschaft. Also hatte ich freie Hand und habe quasi aus dem Schnellhefter, der mir als erste Arbeitsgrundlage zur Verfügung stand, in den folgenden Jahren eine funktionierende kaufmännische Abteilung aufgebaut. Mehr dazu findest du auf meiner Über mich Seite.

Ich habe meine Position immer mit großer Leidenschaft ausgefüllt und war eine geschätzte Ansprechpartnerin für meine Chefs, die Mutterfirma, Steuerberater und andere Schnittstellen.

Ich habe mich bei all meinen Arbeitgebern als Mitunternehmerin gefühlt und das war ich gern.

Mein eigener Chef zu sein, daran habe ich nie gedacht.

Ich war die perfekte Mitunternehmerin. Das Mitunternehmerin sein und BWL studiert zu haben hat nicht bei weitem nicht gereicht ein profitables Unternehmen aufzubauen. Das war ein schmerzliches Learning.

Der Shift vom Angestellten- zum Unternehmermindset war eine Herausforderung, die mich sehr überrascht hat.

Ich kann NEIN sagen und bleib dabei

Ich bin ein sehr freundlicher, fleißiger und geduldiger Mensch. Um so größer ist die Überraschung, wenn ich nein sage und dabei bleibe. Aber wenn Chefs, etwas von mir wollten, das einfach keinen Sinn gemacht hat oder in eine falsche Richtung geführt hätte, habe ich NEIN gesagt und den Ärger in Kauf genommen und die Konsequenzen für dieses nein getragen. Im ersten Moment macht das keine Freunde, auf den zweiten Blick wurde es als Stärke erkannt und geschätzt. Sie haben verstanden, dass es mir nicht darum ging meinen Kopf durchzusetzen, sondern um das Wohl des Unternehmens.

Mit diesen Chefs bin ich übrigens heute noch verbunden und sie haben mir Testimonials geschrieben, die du (hier klicken) nachlesen kannst. 

Leben in Dubai

Februar 2007, Abreisetag. Ohne Rückflugticket auf dem Weg zum Flughafen in Frankfurt. Ziel Dubai.

Das Burj Al Arab. 3,5 Jahre bin ich fast täglich dran vorbeigefahren und habe mich gefreut.

Paul und Emma sind als Übergepäck eingecheckt, um ihre Reise nach Stuttgart anzutreten.

Fast drei Monate waren unser Container unterwegs. Auspacken war wie Weihnachten.

2006 kam das Abenteuer Dubai auf unseren Plan. Wir waren 10 Tage vor Ort und haben uns alles angeschaut und dann haben wir uns Jobs organisiert.

Wir wurden nicht mit einem super duper Expat-Wohlfühlpackage ausgestattet. Es gab kein Zuschuss zu den Reisekosten, keine Wohnung, kein Auto vor Ort, das von unseren Arbeitgebern organisiert oder on top aufs Gehalt bezahlt wurde. Das heißt, volles finanzielles Risiko bei uns (Auto kaufen, Miete 1 Jahr im Voraus bezahlen...). Das war uns alles egal und so sind wir im Februar 2007, mit 5 Taschen und ohne Rückflugticket abgeflogen.

Wir wussten, wir werden so oder so durch die Entscheidung gewinnen. Selbst wenn die Geschichte in die Hose geht, sind wir um eine unbezahlbar wichtige Erfahrung reicher. 

Es ist sogar sehr gut gegangen. Der Rückkehr nach Deutschland war 3,5 Jahre später. Wir haben unglaublich viel erlebt von dem wir heute noch zehren. Beim Rückflug haben die 5 Taschen bei weitem nicht mehr ausgereicht. Ein Container voller Schätze war gefüllt und mit der Spedition auf dem Weg zu unserem neuen zu Hause. Und wir waren nicht mehr zu zweit. Wir haben 2 Katzen adoptiert und mitgebracht und unser Sohn ist 5 Wochen vor dem Abflug dort zur Welt gekommen.

Ich bin damals gesprungen und wußte nicht was kommt. Ich bin so sehr vom Leben für diesen Schritt belohnt worden. Und genau so war es mit der Selbstständigkeit. Ich wußte wieder nicht, was kommt. Rausgekommen ist eine riesen Wundertüte, die mein Leben verändert und mich zu mir selbst gebracht hat.

Hochzeit auf Bali

Nach gemeinsamen 17 Jahren ist Frank eines Tages, in Dubai  aufgewacht und hatte das Gefühl, er will mich heiraten. Ich bin kein Mensch, der auf die eine große Frage gewartet hat aber als es dann soweit war, hatte ich doch ein Tränchen vor Rührung in den Augen.

Durch Freunde inspiriert kam uns die Idee am Meer zu heiraten. Du erinnerst dich an die Passage oben. Asien ist nach meinem ´nie wieder´ doch zu einem geliebten Reiseziel geworden. Auf Bali waren wir seit damals aber nicht mehr. Irgendwie hat es mich für die Hochzeit angezogen. Und so kam es dann auch. 

Unser Weddingplaner Eddie, den ich über Google gefunden und direkt online gebucht habe, hat alles perfekt organisiert. Traumhafte Location, Brautstrauß, Makeup-Artist, Pfarrer, Leih-Trauzeugen und Blumenmädchen. Morgens am Pool, mittags am Alter. Schlicht und unkompliziert. Nur wir beide. 

Es war der schönste Tag in meinem Leben.

Ok, dann bin ich jetzt mal selbstständig.

Nach unserer Rückkehr von Dubai und einer 1,5-jährigen Babypause, habe ich nochmal ein Businessbaby anvertraut bekommen. Ich durfte wieder von Scratch alles aufbauen. Dieses Mal aber nicht auf Vollzeitbasis. Ich bin mit 12 Wochenstunden losgelaufen, am Ende war es eine 70% Stelle. Wieder war ich mit Haut und Haaren dabei. Aber ich war nicht mehr glücklich in dem Set-up. Viele interne Turbulenzen, Menschen, die zwar einem Strang, aber leider nicht in die gleiche Richtung gezogen haben.

Und so wurde die Idee geboren, dass ich mich selbstständig mache. Ein schlichtes ´weg von´. Nix von wegen Mission und die Welt verbessern.

Wer bin ich wirklich, was kann ich, mit wem möchte ich arbeiten?

Und plötzlich war ich auf dieser unglaublichen Reise. Ich bin losgelaufen mit meiner rosaroten Brille, im Irrglauben, die paar Kunden, die ich brauche, werde ich schon bekommen. Weit gefehlt, ohne Netzwerk zu starten in Kombination mit introvertiert, das sind denkbar schlechte Karten.

Es war auch nicht die schlauste Idee, dass ich mir als Zielgruppe mehr oder weniger die gleichen Firmen ausgesucht habe, die auch meine Arbeitgeber hätten sein können. Klopf, Klopf liebes Gehirn, dafür braucht es keine Selbstständigkeit.

Über die Jahre wurde mir klar. Ich möchte mit Menschen arbeiten, denen ich auf Augenhöhe, als Mensch begegnen darf. Menschen, die ähnlich ticken wie ich. Menschen, die wie ich bereit sind zu arbeiten, die durch ihre Arbeit Freude und Unabhängigkeit in ihr Leben bringen möchten. Menschen, die gern UnternehmerIN sein wollen aber denen wichtiges Handwerkszeug, in Bezug auf Zahlen, Planung und Strukturen aufbauen fehlt, dass sie bei mir lernen können.

Heute habe ich eine Mission

Aus meinem ´weg von´ wurde ein ´hin zu´. Ohne diesen Mindshift macht die Selbstständigkeit für mich keinen Sinn. Zu schwer, zu wenig Return-of-Invest sowohl bezogen auf die Zeit und auch aus finanzieller Sicht. Mein eigenes Business zu haben ist kein Spaziergang und deshalb ist es wichtig, dass ich meine Mission für mich entdeckt habe. Mein Motor sind ´Freude im Leben und (Entscheidungs-)Freiheit/Unabhängigkeit´. Und genau das habe ich in meinem Wirken gefunden. Und genau diese Werte sind die Basis auf der ich meine Kunden begleite. Wir schauen, wo sie stehen, wie ihr Wunschleben aussieht und dann geht es erst los mit Businessplanung und Berechnungen.

Ohne Plan geht nichts mehr

Früher haben sich meine Puzzleteile ohne große Planung zusammengefügt. Mein Motto war eher: Wozu planen? Am Ende kommt es eh anders. Und es war immer ok, wie es gekommen ist.

Diese Rechnung ist für mich in der Selbstständigkeit nicht aufgegangen.

Ein unternehmerischer Blindflug, der nicht erfolgreich war. Planung hat nicht die Aufgabe eine Punktlandung hinzubekommen. Planung hat den Zweck sich mit Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Lernen sich auf ganz vielen Ebenen Fragen zu stellen und Antworten zu finden. Sich zu committen und einen roten Faden zu haben. Verantwortung für das Monitoring zu tragen und auch dafür, wenn es darum geht de Richtung zu ändern.

Vorbilder bringen keine Blaupause für Glück und Erfolg

Heute weiß ich, dass mein Bruder (unbemerkt) mein erstes Vorbild war. Als junge Erwachsene hat sich mir das Thema nicht gestellt. Ich hatte keinen persönlichen Bezug zu großen Persönlichkeiten. Das war zu weit weg von meiner Lebenswirklichkeit. Erst in der Selbstständigkeit bin ich auf Menschen getroffen, die mich inspiriert haben. Sie waren greifbar für mich. Ich hätte gefühlt sie sein können. Sie haben ´klein´ angefangen und sich etwas geschaffen, was für mich greifbar ist, wo ich zum Teil auch hinmöchte.

Meine Vorbilder haben mich weiter aber nicht ans Ziel gebracht. Es gibt keine one-fits-all Blaupause für Glück und Erfolg.

Seit mir das wirklich klar ist und vor allem seit ich mich auch danach verhalte, bin ich wirklich die Steuerfrau für mein Leben. Ein wichtiges Learning, das ich auch 1:1 an meine Kunden weitergebe.

Freude und Freiheit  oder ´Ein guter Plan für dein Life-First Business´

Wenn ich zurückblicke, sehe ich, wie sich vieles zusammenfügt und jedes Erlebnis ein kleines Puzzleteil war, das mich zu der Business-Coach/Mentorin gemacht hat, die ich heute bin.

Ich trage die Verantwortung für mich und mein Business übernommen. 

Ich habe auf meinem Lebensweg mich selbst gefunden und erkannt, wie unglaublich wichtig es mir ist mein Leben und meine Werte auch beim Aufbau und Führen meines Unternehmens zu berücksichtigen und zu kommunizieren. 

"Die Selbstständigkeit ist der Schlüssel zum Glück, wenn sie in Symbiose mit unserem Leben stattfindet und nicht im Wettbewerb dazu steht. Das heißt nicht, das alles leicht sein muss. Aber es muss passen."

Und diese Erkenntnis spielt eine ganz große Rolle, wenn ich heute mit meinen Kunden an deren Unternehmen arbeite. Life-First und dazu das passende Business. Ich interessiere mich für mein Gegenüber und stelle ihn als Mensch in den Mittelpunkt.  Es geht um so viel mehr als Strategie und Zahlen.

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