- der Anfang der Zusammenfassung - 

Im April 2020 wollte ich wissen, wie es anderen Solopreneuren mit ihrem Weg in die Selbstständigkeit ergangen ist.

Was bietet sich da besser an als eine Blogparade. Gesagt, getan...

Unter dem Titel: "Selbstständig machen - und dann kam es ganz anders als erwartet", wollte ich anderen Selbstständigen Mut machen und sie motivieren. Die unendlichen Facetten aufzeigen, die die Entscheidung für eine Selbstständigkeit mit sich bringt.

Was es bedeutet raus aus der Anstellung, rein in die Selbstständigkeit? Ich wagte die These, dass aus dem sicheren Schoß der Anstellung viele unterschätzen, welche Konsequenzen der Schritt wirklich mit sich bringt.

Dass es oft Mut erfordert, Ausdauer und Geduld bis aus der Selbstständigkeit ein profitables Business wird, das zum gewünschten Lebensstil passt. Es ist ein Weg, der ganz und gar nicht direkt von A nach B führt. Ein Weg voller Emotionen, Herausforderungen und Überraschungen. Und ganz oft eine unerwartete Reise zu sich selbst.

Die Blogparade war für alle gedacht, die sich so manches Mal den Kopf zerbrechen, ob sie auf der richtigen Spur sind. 

Das Ergebnis ist eine berührende Sammlung an Geschichten von Frauen, die den großen Schritt gewagt haben. Sie haben tiefe, ehrliche Einblicke gewährt, die manchen Leser überrascht und zugleich begeistert haben.


Ich bin sehr dankbar, für das Ergebnis und habe mich von Artikel zu Artikel mehr bestätigt gefühlt, wie wertvoll es für alle Beteiligten ist, den schönen Schein einfach mal weg zu lassen.

Bei vielen war bzw. ist der Weg in die Selbstständigkeit kein Spaziergang, manche haben einen Glanzstart hingelegt. Selten lagen große Vision oder der Wunsch die Welt zu verändern zugrunde. Oft war es ein weg von etwas, es geht ums Überleben, um Höhe und Tiefen. Und am Ende waren sich alle einig, dass selbstständig machen, der Weg ist, der sie selbstbewusster gemacht und oft auch zu sich selbst geführt hat, das die Selbstständigkeit aus vielen Gründen alternativlos für ihr Lebensmodell ist.

Die Frauen, die ihre Story geteilt haben sind, von Beginn an positiv verlaufen, bzw. haben ein Happy-End. Ist das Zufall?

Eher nein. In den Kommentaren wurde die Frage gestellt, ist es mutig sich gescheitert zu zeigen, oder darf man erst darüber sprechen, wenn es vorbei ist?

Zu groß ist die Angst, dass einem die schwere Phase schadet, wenn man darüber spricht, während man noch in der Sch... sitzt. Dabei gibt es so viele Gründe fürs Scheitern und bzw. Anlaufschwierigkeiten. Oft liegen diese weder in der Person, noch in der Kompetenz des Betroffenen? Aber das wäre schon wieder ein Thema für die nächste Blogparade. "Scheitern oder Anlaufschwierigkeiten - ein Tabuthema über das man nicht spricht".

Ursprünglich wollte ich dir aus jedem Beitrag eine Zusammenfassung bzw. zumindest ein paar Highlights präsentieren. Ich wollte einen Überblick geben. Stellvertretend und als Einladung an dich, den Rest im Originaltext zu lesen.

Ich habe es noch nicht komplett geschafft. Wären die Blogartikel Zeitschriftenartikel gewesen, hätte ich den Textmarker genommen und angefangen die Stellen zu unterstreichen. Oft wäre am Ende der halbe Artikel und mehr, bunt unterstrichen gewesen. 

Das innere Nicken und zustimmen hat oft gar nicht mehr aufgehört. In viele Geschichten habe ich mich wiedergefunden und verbunden gefühlt. Das gleiche Gefühl wurde von vielen Lesern geteilt. 

Jede Story hat Berührungspunkte und Parallelen, zu den Geschichten der anderen Frauen, und doch ist jede für sich einzigartig.

Deshalb lade ich dich hiermit noch mal ein, selbst einzutauchen.

Ich werde alle Verfasserinnen mit Namen nennen und einen Link zum Originalartikel setzen.

Ina Mewes: Selbst und ständig?

..."Hätte mir jemand vor Jahren gesagt, dass ich irgendwann einmal ohne Chef und Angestelltenvertrag arbeiten würde, hätte ich lauthals losgelacht.

Ich? Never!"... "

Und dann? Nichts. 

Der fest zugesagte Kunde sprang ab. „Wir probieren das erst einmal selber. Wenn‘s nicht klappt, kommen wir wieder auf dich zu“. Auch beim Rest stieß ich auf taube Ohren. Schöner Mist. Ich muss gestehen, in diesen Wochen ging mir der Hintern dezent auf Grundeis."...  

"Zwei Jahre sind noch keine lange Zeit. Trotzdem kann ich schon wahnsinnig viel mitnehmen, habe vor allem über mich selbst enorm viel gelernt. Und ich weiß, für mich persönlich war es die beste Entscheidung meines Lebens."

Lena Küssner: 119 Tage ohne Feierabend

..." Die meisten, die einen vor dem selbst und ständig bewahren wollen, sind Angestellte (die ganz viele gescheiterte Existenzen kennen). Die Gutmeinenden sind oft Verwandte und Freunde, die das Beste für einen wollen und sich sorgen, dass man auch durchkommt. Der Job war doch gar nicht schlecht, da hattest du doch alles. Und dann gibt es solche, die schon immer Unternehmer waren und sich als Opfer des Systems sehen, die viel härter arbeiten müssen und viel mehr Verantwortung tragen. Ob man das wisse. Und die Rente erst. Ach komm, geh weg.

 ... Weißt du, was witzig ist: meine Headline kann man so und so lesen. Für den einen ist 119 Tage ohne Feierabend eine Horrorstory, für den anderen einen Befreiung. Kein Feierabend, eher sowas wie Feiertag. Jeden Tag. Ich bereue keinen einzigen Tag."

Sirit Coeppicus: Jeder Weg ist anders

 ..."Selbstständigkeit: Ja, nein oder vielleicht. Nein, selbstständig wollte ich nicht unbedingt werden. Oder doch? Aber mit was und wie? Am Anfang gab es viele Fragen und viel Brüten über vielen Ideen. Ausdauer hatte ich auch, nur Geduld nicht. Ich wollte machen, also machte ich.

...Selbst wenn Du nicht der Typ bist, der spontan einfach so was macht, kann ich Dir nur raten es nicht zu lange vor Dir her zu schieben Das Ding ist: Wenn der Gedanke, sich selbstständig zu machen zwar da ist, aber keine Aktion folgt, dann kommt immer wieder was dazwischen. Und sei es auch „nur“ das Leben. Machen ist die Devise und manchmal hilft eben: Nase zuhalten und rein springen."...

Isabella C. Uhlmann: Mein Weg in die Selbstständigkeit: Mut ist der Zauber, welcher einen Traum Wirklichkeit werden lässt

(Anmerkung Michaela: Das ist eine meiner Lieblingsüberschriften!!! Ich finde sie unheimlich kraftvoll.)


..."Wenn du etwas erreichen willst, was du noch nie geschafft hast,
musst du etwas tun, was du noch nie gemacht hast.

Verfasser unbekannt

Ein tolles Zitat. Denn darum geht es, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Die wenigsten Werdegänge sind gradlinig. Auch meiner nicht. Auf dem Weg in die Selbstständigkeit gibt es Wege und Chancen, welche man ergreifen kann, und Schritte, welche man wagen muss...

Manchmal frage ich mich, ob es früher oder heute schwieriger war, sich selbständig zu machen. Ich denke, jede Zeit hat seine ganz speziellen Herausforderungen. ICH würde diesen Weg sofort wieder gehen, denn meine Träume sind Wirklichkeit geworden. Ich würde ihn auch heute, wenn ich jünger wäre, wieder gehen. Damals galt ich wegen meiner Ideen als Spinnerin. Wahrscheinlich bin ich auch heute noch eine, aber eine erfolgreiche."...

Viola Heller: Zwei Jahre in der Selbständigkeit - ein Rückblick

..."Die Schlange starb vor meinem Airbnb Studio auf der offenen Rasenfläche. Eines Nachmittags lag sie da, unbeweglich. Ich machte einen grossen Bogen um sie. Am Abend ging ein heftiges Gewitter nieder und sie lag immer noch da. Tot. Ihr Sterben war der Beginn meiner Selbständigkeit. Eigentlich glaube ich nicht an einen direkten Zusammenhang, aber trotzdem…

Ich wusste aber auch, wie es ist, wenn immer dieses kleine innere Unbehagen und die Frage „ist es das jetzt“ in einem pocht. Ich hatte darauf nie eine Antwort und die Vorstellung, selbständig zu sein, war für mich völlig abwegig. Das war nicht für Leute wie mich. Ein schöner Glaubenssatz 🙂. Bis ich ihn und damit mein altes Leben sterben lassen konnte...

Seit zwei Jahren habe ich meine eigene Unternehmung. Eine Achterbahn ist ein Kinderspiel dagegen.

Bereue ich etwas? Nichts.

Würde ich es wieder tun? Darauf kannst du wetten!

Warum? Weil ich mitten im Leben stehe und die 100%-ige Verantwortung für mein Leben habe. Ich spüre die unmittelbare Auswirkung von allem, was ich mache auf der existenziellen Ebene. Und das mag ich.

Ich fühle mich stärker und mehr bei mir als je zuvor. Und dafür lohnt sich diese Reise, die mich in die tiefsten Abgründe und in die unglaublichsten Höhen katapultiert. Sie macht mich dankbar und demütig dem Leben gegenüber. 

Sonja Mahr: Ein Herzensbusiness erfüllt einfach mehr. Aber verlangt auch mehr von dir

..."Mal ehrlich: Ich habe mich zunächst aus rein egoistischen Gründen selbstständig gemacht, ohne eine wirklich tiefgehende Vision darüber, was ich der Welt geben möchte. Warum sich mein Antrieb mit der Zeit aber änderte, warum ein Herzensbusiness erfüllend aber auch fordernd ist und was ich in der Selbstständigkeit lernte, erzähle ich dir hier...

Was ich gleich zu Beginn meiner Selbstständigkeit lernen durfte, war ganz genau hinzuhören, was meine innere Stimme zu mir sagt. Denn das Getöse und Gebrumm im Außen war dann doch manchmal sehr laut. Angefangen von Kollegen, die im Scherz und durchaus liebevoll sagten, dass ich ja dann sehr gerne wiederkommen kann, falls es nicht klappt über viele Fragezeichen in den Gesichtern von Freunden und Bekannten, was genau ich denn da machen würde bis hin zu meinem Berater bei der Agentur für Arbeit, der mich von oben bis unten musterte und mit einem harschen „Und davon wollen Sie leben??? und „Sie sind sich bewusst, dass Sie DAFÜR eine UNBEFRISTETE Anstellung kündigen??““ entließ, mein Glück zu versuchen. Das ging nicht spurlos an mir vorbei, denn als Sensibelchen nimmt man sich Dinge ja doch oft zu Herzen. Trotzdem wusste ich, dass es richtig war und mein nächster Schritt."...

Silke Bernhardt: das Interview

... Silke, warum hast du gekündigt? „Tatsächlich wurde mir das letzte Mal gekündigt. Das war 2002. Damals war ich sehr unglücklich in einer Praxis angestellt und wurde nach der Probezeit nicht übernommen. Spontan war ich natürlich geschockt, aber letztlich bin ich super dankbar für die Trennung. Ich hätte damals noch nicht den Mut dazu gehabt die Differenzen zwischen uns zu benennen und Konsequenzen zu ziehen. Das bewundere ich an meiner Chefin- sie hat gut für sich gesorgt. Nach einem minimalen Stimmungstief von einem Tag, habe ich mich mit großer Leidenschaft der ohnehin geplanten Praxisgründung gewidmet. Und nach wenigen Monaten eine sehr erfolgreiche Logopädie Praxis aufgebaut...

Was ist dir positives über den Weg gelaufen, das dich selbst überrascht hat?

„Absolut überraschen und begeistern tut mich die Hilfsbereitschaft von so vielen warmherzigen starken intelligente Mitmenschen, die mich völlig uneigennützig bedingungslos (und manchmal sogar von mir gänzlich unbemerkt) unterstützen. Das fühlt sich sehr, sehr großartig an.“...

Maja Michaelis: Mein unbeschwerter Weg in die Selbständigkeit

..."Ehrlich gesagt, war es tatsächlich nie mein größter Herzenswunsch, mich selbständig zu machen. Immer, wenn ich früher darüber nachgedacht habe, fiel mir nichts ein „womit“. Was kann ich denn schon so richtig, richtig gut? Eigentlich wollte ich nie selbständig sein, denn ich hatte immer faire, fordernde und fördernde Vorgesetzte, liebe Kollegen, Spaß an meiner Arbeit und Lust auf die herausfordernden, spannenden Projekte.
Insgesamt ging ich ziemlich pragmatisch an die ganz Sache heran. Zum Ende meiner Elternzeit schloss mein damaliger Arbeitgeber die deutschsprachigen Geschäfte und verkaufte mein zuletzt aufgebautes Projekt an ein externes Unternehmen. Zurück auf meinen alten Platz konnte ich demnach nicht gehen."...

Franziska Panter: Grund zum Feiern: mein zweiter Geburtstag als Solopreneurin

..."Eines vorweg: Ich wusste, dass es mir Spaß machen würde unabhängig zu arbeiten.

Dass ich jedoch fast an jedem Tag das freie Arbeiten - ausgerichtet nach meinen Ideen, Schwerpunkten und auch Bedürfnissen - dermaßen genießen würde, hatte ich nicht gedacht.

Trotz der Freude war nicht jeder Tag ein guter Tag. Es gab sie alle: stressige Tage, Tage voller Unruhe, motivationslose Tage und einige Tage, an denen ich am liebsten etwas ganz anderes gemacht hätte." ...


Aline Pelzer: Mein Weg in die Selbstständigkeit – und was ich heute anders machen würde!

..."

War das nun mein zukünftiges Leben? Arbeiten und dann ein bisschen Urlaub machen? Mindestens noch 30 Jahre lang bis zur Rente?

“Nein” dachte ich mir. Aber einen Plan, wie ich mich selbstständig machen konnte, hatte ich auch nicht...

Kennst du das, wenn du ein ungutes Bauchgefühl hast? Dieses Gefühl umtrieb mich, in der Werbeagentur in der ich angestellt war, die ganze Zeit. Ich fühlte mich nicht sicher und hatte Angst meinen Job zu verlieren. Nicht weil ich schlecht war, aber weil die Agentur einfach nicht genügend Kunden “an Land” zog. ...

Ich fühlte mich wertlos und unbrauchbar – ein gefährliche Situation fürs Selbstbewusstsein. Erst mit dem Wechsel in die neue Agentur wurde es besser. 

Und plötzlich regte sich da etwas in mir: Wut! Ich bemerkte, dass nicht ich komisch war – naja vielleicht ein bisschen – sondern die anderen nen ziemlichen Knall hatten. Der Frust über die mangelnde finanzielle Wertschätzung wuchst und wandelte sich zu Zorn und Ärger. Ich fühlte mich verarscht und ausgenutzt und nahm mein Leben ENDLICH in die eigene Hand und bezog Verantwortung für mich und meine Situation! 

Denn niemand außer mir selber würde sich darum kümmern, dass ich mein Wunschleben führen würde. Feen die einem Wünsche erfüllen gibt es nur im Märchen – also musste ich selber zu meiner Fee werden."...



Fortsetzung folgt ...